Weltweit lĂ€sst sich beobachten, wie queerfeindliche Rhetorik und Angriffe auf erkĂ€mpfte Rechte wieder zunehmen, daher gewinnt die Frage nach Formen queeren Widerstands neue Dringlichkeit. Zwischen politischen RĂŒckschritten, Polarisierung und dem fortlaufenden Kampf um Sichtbarkeit entstehen gleichzeitig RĂ€ume der SolidaritĂ€t, FĂŒrsorge und Freude.
Die Ausstellung des KUNSTRAUM 53 Queer Utopia richtet den Blick auf verschiedene Formen queeren Protests und bewegt sich dabei im Spannungsfeld zwischen rage und joy. Ausgehend von dem in Queerness eingeschriebenen Widerstand gegen heteronormative und diskriminierende Strukturen fragt die Ausstellung danach, wie sich queerer Widerstand zeigen kann â im Lauten oder Leisen, im Kollektiven oder Einzelnen. Welche Bilder, Symbole und Sprachen eignen wir uns an, um uns gegen Ausgrenzung zu behaupten und Gemeinschaft zu schaffen? Welche Zweifel, Ăngste und TrĂ€ume begleiten diesen Prozess? Und wo finden wir bereits wahrgewordene Utopien?
Vier kĂŒnstlerische Positionen setzen sich mit WidersprĂŒchen, Potenzialen und Affekten queeren Widerstands auseinander.
Dabei versteht die Ausstellung queer joy nicht als Gegenpol zu rage, sondern als eigenstĂ€ndige Form der widerstĂ€ndigen Praxis. WĂ€rme, FĂŒrsorge, Gemeinschaft und Freude können neben herkömmlichen Protestformen RĂ€ume schaffen, in denen queeres Leben stattfinden und sich entfalten kann. Queer Utopia möchte deshalb nicht nur ĂŒber solche RĂ€ume sprechen, sondern selbst einen Ort der Begegnung, des Austauschs und des Auftankens schaffen. Daher laden wir Sie insbesondere im Rahmen- und Vermittlungsprogramm der Ausstellung dazu ein, sich mit unterschiedlichen Personen, Perspektiven und Formen auseinanderzusetzen und miteinander zu verbinden. Die Ausstellung soll durch Gemeinschaft ĂŒber die reine PrĂ€sentation von Kunst hinaus zu einem Ort des kollektiven Denkens und Handelns werden.
Der Traum als höchst persönlicher Ort ist universell. Meistens zurĂŒckgezogen im eigenen Bett wird dieser zum intimen Aushandlungsort unseres Unterbewusstseins. Doch inwieweit sind dessen Produkte Belange des Einzelnen und wo lassen sich gesellschaftliche AnknĂŒpfungspunkte finden? Welche WĂŒnsche hegen wir alle? Wovor fĂŒrchten wir uns und wie werden diese Ăngste verarbeitet?
(mehr …)Landwirtschaft erscheint uns oft als Ort der StabilitĂ€t. Als ein Zufluchtsort der Ruhe innerhalb einer immer hektischer werdenden Welt. Alles scheint einem sich stĂ€ndig wiederholenden Kreislauf zu unterliegen. Doch dieser Eindruck ist falsch.
Landwirtschaft ist ein offener, dynamischer Raum, geprĂ€gt von VerĂ€nderungen, von Unsicherheiten und FragilitĂ€t. âBröckelnde Idylle â System frisst Systemâ zeigt Bilder, die dieses instabile GefĂŒge offenlegen.
Tiere, Pflanzen, Mensch und Umwelt bespielen in Wechselwirkung diesen Raum und stoĂen so kontinuierlich transformierende Prozesse an. StĂ€ndig ĂŒberschlĂ€gt sich das Gefestigte, stĂ€ndig verĂ€ndert sich das Bestehende. Kultivierung verĂ€ndert Landschaften, Zucht verĂ€ndert Tiere, neue Technologien verĂ€ndern Arbeitsweisen.
Die gezeigten Werke geben uns ein komplexes Bild aus persönlichen Erfahrungen, eigenen Beobachtungen und Untersuchungen der KĂŒnstler*innen mit und laden uns dazu ein, Landwirtschaft als mehr als einen idyllischen RĂŒckzugsort zu begreifen â nĂ€mlich als Ort permanenter Aushandlungen, stĂ€ndiger BrĂŒche und FragilitĂ€t.
Mit freundlicher UnterstĂŒtzung von Stadt Hildesheim, Landschaftsverband Hildesheim, Kulturstiftung der Sparkasse fĂŒr die Region Hildesheim-Goslar-Peine, Friedrich-Weinhagen-Stiftung, VGH-Stiftung.
In den sozialen Medien und der Popkultur kursieren zahlreiche Varianten des girls: Von pick me girls ĂŒber fan girls bis hin zu mean girls. Immer mehr verbreiten sich Begriffe wie girlhood oder die vermeintlich feminine Energie.
Doch was steckt letztlich hinter all diesen Begriffen? Stehen sie fĂŒr SelbstermĂ€chtigung der Frau oder werden hier Narrative von traditioneller Weiblichkeit idealisiert? Inwiefern werden sie inszeniert, politisiert und schlieĂen mehrfach marginalisierte Frauengruppen ein oder aus? Woher kommen diese PhĂ€nomene und welche gesellschaftlichen Auswirkungen haben sie?
Die neue Ausstellung des KUNSTRAUM 53 girls, girls, girls zeigt vom 21.11. – 14.12.2025 Arbeiten von sechs KĂŒnstlerinnen, die sich kritisch mit einem oder mehreren Typen, IdentitĂ€ten und Zuschreibungen des girls auseinandersetzen.
(mehr …)Neben Ausstellungen veranstaltet der KUNSTRAUM 53 ein breit gefĂ€chertes Angebot an Workshops, Further Readings, VortrĂ€gen und Artist-Talks, Performances und SpaziergĂ€ngen, Screenings und Konzerten. Damit richten wir uns an groĂe und kleine BĂŒrger*innen, an Nachbar*innen und NordstĂ€dter*innen. Die AktivitĂ€ten sind nicht an unsere RĂ€umlichkeiten gebunden und finden sowohl bei lokalen Festivals, im öffentlichen Raum als auch in Kooperationen statt.
Unsere bisherigen Veranstaltungen:

Der Kunstraum 53 geht auch auf andere Events und öffnet seinen Raum. Erfahre mehr unter KUNSTRAUM+