Der KUNSTRAUM 53 ist ein Projektraum für aktuelle künstlerische Positionen und deren Vermittlung. Gegründet durch eine Initiative von Studierenden des Instituts für Bildende Kunst und Kunstwissenschaft der Universität Hildesheim, vereinen sich in ihm Experimentalraum, work in progress-space und Labor mit Ausstellungscharakter.

Panel 1

unerwähnt und widerhallend

unerwähnt und widerhallend


Vilja Gunzelmann

Ausstellungseröffnung: Samstag, 15. Januar 2022 um 18 Uhr

In der Ausstellung unerwähnt und widerhallend erforscht Vilja Gunzelmann ihre eigene Familiengeschichte im Kontext der kolonialen Vergangenheit Deutschlands. Angefangen auf dem Dachboden der eigenen Großeltern erstreckte sich ihre künstlerische Forschung bis in das Archiv des MARKK Museums und in die Straßen Hamburgs. Dem Handelshaus C. Woermann, und damit einer Familiengeschichte auf der Spur, verbindet sie in der Ausstellung politische und persönliche Erzählungen über mehrere Generationen hinweg, in der Bestrebung, das Denken zu dekolonisieren, indem das Erinnern befragt wird.

Durch die vielfältige Einbettung von Archivmaterial und filmischer Reflexion finden bisher unentdeckte Materialien und in Vergessenheit geratene Zusammenhänge Eingang in die Ausstellung. Fragmentarisch verweben sich im Ausstellungsraum nach und nach historische Dokumente, Familienfotografien und Filmmaterial zu einem Gesamtbild. Die Ausstellung verweist dabei auf das nicht mehr präsente und gleichzeitig noch nicht abgeschlossene. Denn trotz Strategien der Vermeidung und Auslassung hallen das Wissen und die Geschichten der eigenen Vorfahren wider.

Das Projekt wurde durch das Studentenwerk OstNiedersachsen ermöglicht.


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Panel 2

KOERPER GRENZ KONTROLLEN

Ausstellung von MERA DORIN

Ausstellungseröffnung: Samstag, 4. Dezember 2101 um 18 Uhr
mit Konzert von Andy Cowling um 20 Uhr

Ausstellungsrundgang: Mittwoch, 15. Dezember 2021 um 19.30 Uhr
mit Künstlerinnen-Gespräch und Atelierbesuch

In den „Koerper Grenz Kontrollen“ erforscht Mera Dorin den Körper als Marker von Identität in fotografischen Arbeiten und filmischem Material. Während sie an Grenzen der Körperlichkeit stößt, setzt sich die Künstlerin mit dem Selbst und der empfundenen und von außen wahrgenommenen Identität über das künstlerische Bearbeiten von Inszenierung und Künstlichkeit auseinander. Durch Selbstinszenierungen entstehen Kunstfiguren, die in Bildwelten von visuell-emotionalem Überschuss existieren. Die fotografische und filmische Auseinandersetzung ist dabei ein Versuch, Kontrolle über den eigenen Körper und das Bild von diesem zu erlangen. Die Ausstellung wird durch eine Kollaboration mit dem Sound Artist Andy Cowling ergänzt.

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Panel 3

Riss Digital

Riss Digital
Leonidas Kosmidis

21. bis 30. Oktober 2021
Vernissage: 21. Oktober // 18 Uhr

Das Sichtbare und das Unsichtbare. Das Fotografierende und das Fotografierte. Die Anwesenheit und die Abwesenheit. Das Materielle und das Immaterielle. Das Ideal und die Störung und das Analoge Bild und das Digitale. Auf den ersten Blick scheint es, als würde sich rund um den Gegenstand der Fotografie eine klar geordnete Welt der Dualismen auftun. Anstelle einer Versöhnung dieser Trennungen wird mit Riss Digital vielmehr eine Gratwanderung auf der Trennlinie ausgestellt, mit dem Versuch sie zu verschieben und tief in den Gegenstand oder Nicht-Gegenstand einzudringen.

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Panel 4

Bryophyta

Rasmus Lindberg – Bryophyta

27. August – 17. September 2021

Öffnungszeiten:
Sonntags 15:00 bis 17:00 Uhr und nach Absprache per Mail

english version below

Die Ausstellung Bryophyta des schwedischen Künstlers Rasmus Lindberg zeigt die Schönheit und Einfachheit auf, welche sich im Anlegen eines Heilpflanzen-Gartens manifestiert.

Ein Apothekengarten kann als eine Alternative zu herkömmlichen westlichen synthetischen Medizinprodukten angesehen werden. Medizinische Kräuter dienen als sanfte Hilfe/Unterstützung während Selbst-Heilungsprozessen und bilden somit einen Kontrast zu industriellen Psychopharmaka und deren schädlichen Nebenwirkungen.

Des Weiteren betont Bryophyta die erweiternde Dimension, die sich beim Sein und Arbeiten in der Natur ergibt. (Künstlerische) Inspiration kann sich einstellen, intensive, multiperspektivische Beschäftigung mit der Pflanzen-, Um- und Mitwelt wirkt Entfremdungsprozessen entgegen.

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Panel 5

ONGOING: reminiscence – Ausstellung im Literaturhaus St. Jakobi

12. September 2020 bis August 2021

Der KUNSTRAUM 53 zeigt in der Spielzeit GESTERN des Literaturhauses St. Jakobi zum fünften Mal eine Ausstellung in dessen Galerie. Mit Sarah Schmidtlein, Hae Kim, Geeske Janßen und Yara Aly. 

Die Reminiszenz ist eine durch etwas wach gerufene Erinnerung und kann somit als ein Anklang an Gestern verstanden werden. Lässt sich das Gestern einerseits als Konsens über eine vermeintlich objektive Vergangenheit lesen, so bietet es andererseits einen Reflexionsraum für individuelle Zugänge zu persönlichen Erinnerungen. Die subjektive Sicht auf das Gewesene ist dabei untrennbar verwoben mit der Perspektive im Hier und Jetzt, als Konstruktion und Projektion aus dem Heute.

Die drei künstlerischen Positionen befragen die emotionale Tragweite des Erinnerns und schaffen Gedächtnis übergreifende Verbindungspunkte. Die Videoarbeit ,,SEA’’ von Filmemacherin Geeske Janßen und Autorin Yara Aly bietet einen lyrischen Nachhall von Kindheitserinnerungen, in die wir Welle für Welle getragen werden. Hae Kims Werke ,,Dialog‘‘ und ,,Geflüster‘‘ sind Teil einer fortlaufenden, zyklischen Arbeit mit dem Abschliff von Büchern, die uns das Erinnern als nie abgeschlossenen Prozess vergegenwärtigt. Die Installationen Sarah Schmidtleins lassen uns den Zwischenraum zwischen der Rückwirkung dessen was war und der Antizipation dessen was sein wird befragen.

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