Ausstellung
Weltweit lässt sich beobachten, wie queerfeindliche Rhetorik und Angriffe auf erkämpfte Rechte wieder zunehmen, daher gewinnt die Frage nach Formen queeren Widerstands neue Dringlichkeit. Zwischen politischen Rückschritten, Polarisierung und dem fortlaufenden Kampf um Sichtbarkeit entstehen gleichzeitig Räume der Solidarität, Fürsorge und Freude.
Die Ausstellung des KUNSTRAUM 53 Queer Utopia richtet den Blick auf verschiedene Formen queeren Protests und bewegt sich dabei im Spannungsfeld zwischen rage und joy. Ausgehend von dem in Queerness eingeschriebenen Widerstand gegen heteronormative und diskriminierende Strukturen fragt die Ausstellung danach, wie sich queerer Widerstand zeigen kann – im Lauten oder Leisen, im Kollektiven oder Einzelnen. Welche Bilder, Symbole und Sprachen eignen wir uns an, um uns gegen Ausgrenzung zu behaupten und Gemeinschaft zu schaffen? Welche Zweifel, Ängste und Träume begleiten diesen Prozess? Und wo finden wir bereits wahrgewordene Utopien?
Vier künstlerische Positionen setzen sich mit Widersprüchen, Potenzialen und Affekten queeren Widerstands auseinander.
Dabei versteht die Ausstellung queer joy nicht als Gegenpol zu rage, sondern als eigenständige Form der widerständigen Praxis. Wärme, Fürsorge, Gemeinschaft und Freude können neben herkömmlichen Protestformen Räume schaffen, in denen queeres Leben stattfinden und sich entfalten kann. Queer Utopia möchte deshalb nicht nur über solche Räume sprechen, sondern selbst einen Ort der Begegnung, des Austauschs und des Auftankens schaffen. Daher laden wir Sie insbesondere im Rahmen- und Vermittlungsprogramm der Ausstellung dazu ein, sich mit unterschiedlichen Personen, Perspektiven und Formen auseinanderzusetzen und miteinander zu verbinden. Die Ausstellung soll durch Gemeinschaft über die reine Präsentation von Kunst hinaus zu einem Ort des kollektiven Denkens und Handelns werden.
Künstler*innen
Aduni Ogunsan
Aduni Ogunsan (sie/ihr) lebt und arbeitet zwischen Mönchengladbach und Düsseldorf. Sie studierte an der Kunstakademie Düsseldorf bei Prof. Ellen Gallagher und hat 2026 ihren Akademiebrief erhalten.
Ogunsans Arbeiten fokussieren sich auf figurative Malerei sowie textilbasierte Werke. Ihre großformatigen Werke zeigen Einzelpersonen und kleine Gruppen in intimen, oft ruhigen Momenten. Ihre Werke bieten einen einfühlsamen Einblick in alltägliche, meist private Momente im Leben Schwarzer Protagonist*innen, die sich in der Kunstwelt und im Alltag mit Sichtbarkeit und Privilegien auseinandersetzen.
Eden Nael Liedtke
Eden Nael Liedtke (er/ihm) studierte an der HBK Braunschweig Freie Kunst und hat sein Diplom mit Auszeichnung abgeschlossen. Schwerpunkt seiner künstlerischen Arbeit ist die Zeichnung mit weichem Graphit.
Seine Werke geben autobiografische Momente wieder, bieten intime Einblicke in sein Innenleben und dokumentieren familiäre sowie partnerschaftliche Dynamiken. Das Erforschen von Abweichungen und Gemeinsamkeiten im Erleben werden dargestellt und so ein Raum für Resonanzen geschaffen.
Obwohl geschlechtliche, sexuelle und gesellschaftliche Identitäten wiederholt thematisiert und neu verhandelt werden, steht im Zentrum seines künstlerischen Schaffens vor allem die Auseinandersetzung mit Fragen des Alltags.
Julia Bertermann
Julia Bertermann (sie/ihr) lebt und arbeitet in Wien. Ihr künstlerischer Hintergrund umfasst sowohl Architektur als auch Fotografie. Einen Fokus legt sie auf die Themen Geschlecht, Identität und Machtstrukturen.
In Bertermanns fotografischen Arbeiten erforscht sie den Körper als Schauplatz eines unerbittlichen Kampfes, an dem kulturelle Normen, historisch geprägte Narrative und Machtstrukturen offengelegt und durch die visuelle Auseinandersetzung destabilisiert werden.
Anhand sorgfältig inszenierter Bilder werden Anknüpfungspunkte zur zeitgenössischen Kultur, der Kunstgeschichte und den visuellen Codes des Alltags geschaffen.
UNA RAY
UNA RAY (gegründet 2021) ist ein queer-feministisches Musikprojekt, welches sich zwischen Pop, Punk und Poesie bewegt.
Mit ihrer Arbeit stellen sie humorvoll kapitalistische und patriarchale Strukturen infrage und setzen stattdessen auf Verletzlichkeit, Widerstand und Kollektivität.
Rahmenprogramm
Der Eintritt und die Teilnahme sind immer frei.
Öffnungszeiten
Mittwoch · Freitag · Sonntag
jeweils 15.00 bis 18.00 Uhr
Sonntag · 25.10.2026
Kaffee, Kuchen und kleine Utopien
ab 15.00 Uhr
Mit den Kuratorinnen der Ausstellung
Freitag · 30.10.2026
Malerei- und Collage Workshop für Jugendliche
ab 16.00 Uhr
Mit Ronja Bak
Mit Anmeldung unter:
info@kunstraum53.de
Mittwoch · 04.11.2026
Movie Mittwoch
ab 18.30 Uhr
Mit Filmen von Nurcan Çoban und Sabi Lößl-Lamboy
Samstag · 07.11.2026
Workshop Autobiographisches Zeichnen
ab 15.00 Uhr
Mit Eden Nael Liedtke
Mit Anmeldung unter:
info@kunstraum53.de
Freitag · 13.11.2026
Ausstellungsabschluss mit Musik
ab 19.00 Uhr
Team
Künstlerische Leitung:
Hannah Elsner und Selina Maichel