
Bröckelnde Idylle –
System frisst System
15.05.2026 – 11.06.2026
Ausstellung
Landwirtschaft erscheint uns oft als Ort der Stabilität. Als ein Zufluchtsort der Ruhe innerhalb einer immer hektischer werdenden Welt. Alles scheint einem sich ständig wiederholenden Kreislauf zu unterliegen. Doch dieser Eindruck ist falsch.
Landwirtschaft ist ein offener, dynamischer Raum, geprägt von Veränderungen, von Unsicherheiten und Fragilität. „Bröckelnde Idylle – System frisst System“ zeigt Bilder, die dieses instabile Gefüge offenlegen.
Tiere, Pflanzen, Mensch und Umwelt bespielen in Wechselwirkung diesen Raum und stoßen so kontinuierlich transformierende Prozesse an. Ständig überschlägt sich das Gefestigte, ständig verändert sich das Bestehende. Kultivierung verändert Landschaften, Zucht verändert Tiere, neue Technologien verändern Arbeitsweisen.
Die gezeigten Werke geben uns ein komplexes Bild aus persönlichen Erfahrungen, eigenen Beobachtungen und Untersuchungen der Künstler*innen mit und laden uns dazu ein, Landwirtschaft als mehr als einen idyllischen Rückzugsort zu begreifen – nämlich als Ort permanenter Aushandlungen, ständiger Brüche und Fragilität.
Künstler*innen
Anja Masling
In Köln geboren, lebt und arbeitet zur Zeit in Amsterdam. Ihre interdisziplinäre Kunst verbindet Video, Film, Fotografie, Zeichnung, Archivarbeit und Sound mit partizipativen und kollaborativen Methoden, wobei sie Communities aktiv einbindet.
In ihren Arbeiten mischt sie persönliches, kulturelles, soziales und ökologisches Material und schafft so Räume für einen Dialog zwischen Kunst, Wissenschaft und gesellschaftlichen Narrativen. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf Themen wie Identität, Zugehörigkeit, Erinnerung, ökologische Transformation und Counter-Mapping.
Bart Houwers
Bart Houwers ist ein niederländischer bildender Künstler und Raumgestalter. In seinem Werk setzt er sich mit den Veränderungen im ländlichen Raum von den vergangenen Jahrzehnten bis zur Gegenwart auseinander.
In ortsspezifischen Installationen, Interventionen und Fotografien werden Begriffe wie räumliches Gedächtnis, Mikrogeschichten, Ort, Industrie, Maßstab, Tradition und Verlust untersucht.
Er verwendet häufig bereits vorhandene Materialien in Bezug auf Erzählung und Sprache – oder das Fehlen von Sprache. Es entsteht ein Gefühl des Spielens mit Zitaten, gleichzeitig geht es über das Zitat hinaus und manipuliert das Zitierte.
Houwers untersucht die langfristigen Folgen wirtschaftlicher Expansion: den Verlust lokalen Wissens, die Ausweitung der Produktion und das allmähliche Verschwinden wechselseitiger Formen des Zusammenlebens.
Veronika Ivanova
Veronika Ivanova studierte an der Kharkiv State Academy of Design and Arts (Ukraine) und lebt seit 2022 in NRW.
Sie beschäftigt sich primär mit Fotografie und untersucht Themen wie Displacement, neokoloniale Strukturen und kulturelle Narrative in geteilten Räumen.
Vreni Jäckle
Vreni Jäckle ist multidisziplinäre Künstler*in, die mit Textilien malt und in und durch Gruppenexperimente arbeitet.
Vreni untersucht, wie Kleidung und Gesellschaften unseren Körper prägen.
In „Der ewige Bauer ist über den Rand getreten, er kam nicht zurück“ nähert sich Vreni ausgehend vom eigenen familiär-bäuerlichen Hintergrund und der Rolle des Körpers in der „ländlichen Idylle“ einer Entromantisierung durch eine Konfrontation mit der Traurigkeit der deutschen Bauern.
Rahmenprogramm
Samstag · 16.05.2026
Artist-Talk (Englisch)
ab 13.30 Uhr
Bart Houwers und Vreni Jäckle über Mensch und Landwirtschaft
Samstag · 23.05.2026
Workshop
15.00 bis 18.00 Uhr
Drucktechniken entdecken und selber ausprobieren
kostenlose Anmeldung:
info@kunstraum53.de
Samstag · 06.06.2026
Artist-Talk (Deutsch)
ab 14.00 Uhr
Anja Masling und Veronika Ivanova über Landwirtschaft und Orte
Sonntag · 07.06.2026
Workshop
15.00 bis 18.00 Uhr
Individuellen Schmuck aus Materialien selber upcyceln
kostenlose Anmeldung:
info@kunstraum53.de